Steuervorteile

Die für die Pflege und Versorgung anfallenden finanziellen Aufwendungen können als außergewöhnliche Belastung oder als Kosten haushaltnaher Dienstleistungen steuermindernd geltend gemacht werden.

 

Als außergewöhnliche Belastung können die Kosten der Pflege geltend gemacht werden, die über dem Betrag der zumutbaren Belastung liegen.

 

Die zumutbare Belastung hängt jeweils vom Einkommen des steuerpflichtigen Pflegebedürftigen ab. Zumutbar sind nach dem Einkommensteuerrecht folgende Belastungen:

 

Bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte

bis
  15.340 Euro

über
  15.340 bis 51.130 Euro

über
  51.130 Euro

bei Steuerpflichtigen,
  die keine Kinder haben und bei denen die Einkommensteuer
:

a) nach § 32a Abs.1 EstG

5% der Einkünfte

6% der Einkünfte

7% der Einkünfte

b) nach § 32a
  Abs.5 oder 6 (Splitting Verfahren)

zu berechnen ist

4% der Einkünfte

5% der Einkünfte

6% der Einkünfte

bei Steuerpflichtigen
  mit:

a) einem Kind oder zwei
  Kindern

2% der Einkünfte

3% der Einkünfte

4% der Einkünfte

b) drei oder mehr
  Kindern

solange diese steuerlich zu
  berücksichtigen sind oder für sie Anspruch auf Kindergeld besteht

1% der Einkünfte

1% der Einkünfte

2% der Einkünfte

 

Ist bei dem Pflegebedürftigen gleichzeitig ein Grad der Behinderung von wenigstens 50 von Hundert anerkannten, kann anstelle der einkommensabhängigen außergewöhnlichen Belastung auch der Pauschbetrag für behinderte Menschen geltend gemacht werden, und zwar je nach Grad der Behinderung in folgender Höhe:

 

Grad
  der Behinderung

Vom
  Einkommen absetzbarer Pauschbetrag

50 v. H.

570
  Euro

Von 55 bis 60 v. H.

720
  Euro

Von 65 bis 70 v. H.

890
  Euro

Von 75 bis 80 v. H.

1.060
  Euro

Von 85 bis 90 v. H.

1.230
  Euro

Von 95 bis 100 v. H.

1.420
  Euro

Für behinderte Menschen, die hilflos
  oder blind sind

3.700
  Euro

 

Mit Ausnahme der Maßnahmen der ärztlich verordneten Behandlungspflege gehören die im Rahmen einer 24-Stunden-Pflege und -Betreuung erbrachten Leistungen zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen sind steuerlich absetzbar. Das heißt, soweit die Kosten der Pflege und Versorgung nicht durch Leistungen der Pflegeversicherung gedeckt sind, kann der teil, den der Pflegebedürftige selbst zahlen muss, bis zu einem Betrag von 4.000 Euro/Jahr steuermindernd geltend gemacht werden.

 

Quelle: Broschüre "Hilfe rund um die Uhr - (l)egal durch wen?" - Hrg.
Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz Seite 6-8